Kleine Geschichte des Grillens

Grillen zählt heute zu den beliebtesten Zubereitungsarten – nicht nur in Deutschland. Längst landen dabei nicht mehr nur Steak und Bratwurst auf dem Rost. Auch Fisch, Gemüse, Käse oder sogar Brot werden über offener Hitze gegart.

Doch wie alt ist diese Form des Kochens eigentlich? Und wie hat sich das Grillen im Laufe der Geschichte entwickelt?

Am Anfang stand das Feuer

Die Nutzung des Feuers durch den Menschen reicht mehrere hunderttausend Jahre zurück. Archäologische Funde zeigen, dass bereits frühe Menschen Feuerstellen kontrolliert nutzten – zunächst zum Wärmen und Schutz, später auch zur Zubereitung von Nahrung.

Das Garen von Fleisch über offenem Feuer brachte entscheidende Vorteile:

  • bessere Verdaulichkeit
  • längere Haltbarkeit
  • intensiverer Geschmack

Vermutlich wurden anfangs Fleischstücke direkt in die Glut gelegt oder auf einfache Holzstäbe gespießt.

Spieß und Rost in der Antike

Eine der ältesten Grillmethoden ist das Garen am Spieß. Ganze Tiere oder größere Fleischstücke wurden dabei über dem Feuer gedreht. Diese Technik war in vielen Kulturen verbreitet – von Europa bis Südamerika.

Auch im antiken Rom war das Grillen bekannt. Die Römer nutzten bereits metallene Roste. Das deutsche Wort „grillen“ wird häufig mit dem lateinischen Begriff craticulum (kleiner Rost) in Verbindung gebracht.

In Südamerika entwickelte sich parallel das Garen größerer Fleischstücke über offener Glut – eine Tradition, die sich später im „Asado“ widerspiegelte.

Mittelalter: Grillen als Privileg

Im europäischen Mittelalter war Fleisch für große Teile der Bevölkerung ein Luxusgut. Entsprechend wurde es seltener verzehrt.

Da beim Grillen Fett in die Glut tropft und damit Kalorien „verloren gehen“, galt diese Zubereitungsart lange als verschwenderisch. Offenes Grillen war daher häufig wohlhabenderen Haushalten oder höfischen Festen vorbehalten.

Dennoch blieb das Braten über offenem Feuer – besonders bei Festlichkeiten – ein fester Bestandteil der Esskultur.

Die Bratwurst – ein Klassiker mit Geschichte

Bratwürste sind keineswegs eine moderne Erfindung. Schriftliche Erwähnungen finden sich bereits im Mittelalter.

Die Thüringer Rostbratwurst ist seit dem 15. Jahrhundert dokumentiert. Auch die Nürnberger Rostbratwurst hat eine lange Tradition. Beide sind heute als geschützte geografische Angaben innerhalb der EU anerkannt.

Der moderne Grill – eine Idee aus den 1950er-Jahren

Das Grillen, wie wir es heute kennen, gewann in der Mitte des 20. Jahrhunderts stark an Popularität. Eine zentrale Rolle spielte dabei George Stephen.

1952 entwickelte er in den USA einen Kugelgrill mit Deckel – eine Konstruktion, die das Grillen wetterunabhängiger und kontrollierbarer machte. Aus dieser Idee entstand später die Marke Weber-Stephen Products.

Mit dem Siegeszug des Kugelgrills verbreitete sich das BBQ-Konzept zunehmend auch in Europa.

Vielfalt der Gegenwart

Heute gibt es zahlreiche Grillvarianten:

  • Holzkohlegrills – klassisch mit offener Glut
  • Gasgrills – komfortabel und schnell einsatzbereit
  • Elektrogrills – geeignet für Balkon oder Innenbereiche
  • Keramik- und Kamado-Grills – für präzise Temperaturführung
  • Pelletgrills – mit digitaler Steuerung

Vom kompakten Tischgrill bis zur voll ausgestatteten Outdoor-Küche reicht die Bandbreite moderner Grilltechnik.

Fazit: Eine uralte Tradition mit moderner Technik

Grillen ist keine Modeerscheinung, sondern eine der ältesten Kochtechniken der Menschheit. Was einst über offenen Feuerstellen begann, hat sich über Jahrtausende weiterentwickelt – von einfachen Holzspießen bis zu hochentwickelten Grillstationen.

Trotz aller technischen Innovationen bleibt eines unverändert:
Die Faszination, Speisen über offenem Feuer zuzubereiten und dabei Gemeinschaft zu erleben.